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neo-underground

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Motorrad: Cagiva Mito

1

Donnerstag, 15. Januar 2009, 22:30

Der liebsten Ketten anlegen ;-)

Neu verkettet
Auch wenn sich die Lebensdauer von Kette, Ritzel und Kettenrad seit Einführung der O-Ring-Kette und verbesserter Fertigungstechniken eheblich verlängert hat - irgendwann ist ein neuer Satz fällig.
"Schiefe Zähne" und dramatisch (sprich: nervtötend) verkürzte Nachspann-Intervalle bedeuten: Austauschen!
Meistens ist der Satz aber schon früher "reif": Lassen sich (bei korrekt gespannter Kette) die auf dem Kettenrad befindlichen Kettenglieder schon einige Milimeter abheben oder ist die Kette stark ungleich gelängt, gehört das Teil zur Altmetall-Entsorgung.
Der Pfiffige tauscht immer den kompletten Satz - denn er weiß, daß sich eine neue Kette nur allzuschnell dem Verschleißgrad von Kettenrad und Ritzel anpaßt.
O-Ring- (neuerdings auch "X-Ring-") Ketten beherbergen eine Dauer-Fettfüllung, was die Schmierung an den wichtigsten Stellen sicherstellt.
Trotzdem muß "der Rest" regelmäßig mit einem speziellen Kettenspray gepflegt werden. Ein normales Kettenspray könnte die aus Gummi bestehenden O- bzw. X-Ringe zerstören - und dann war's das mit der Dauer-Fettfüllung. Daher auch stark verschmutzte Ketten nur mit Spezialreiniger säubern.
X-Ring-Ketten haben gegenüber O-Ring-Ketten einen günstigeren Reibwert.
Im Reibwert unschlagbar sind Standardketten ohne O- bzw. X-Ringe. Da sie sich andererseits aber auch durch extrem kurze Lebensdauer und lästig hohen Nachstell- und Schmierbedarf auszeichnen, werden sie fast nur noch im Rennsport eingesetzt.
Wenn wir die Kette schmieren (immer auf der Ketten-Innenseite), prüfen wir gleichzeitig auch Ihren Durchhang.
Dazu das Hinterrad per Hand durchdrehen und die strammste Stelle ermitteln - das ist wichtig, da eine zu stramm gespannte Kette das Getriebeausgangslager ruiniert - und das wird richtig teuer. Knapp 2 Fingerbreit Spiel mittig am unteren Kettentrumm bei belastetem, auf dem Boden stehenden Fahrzeug sind Standard.
Zur Prüfung am Besten aufs Bike setzen und eine zweite Person kontrollieren lassen.
Ist das Spiel nicht korrekt, die Achse lösen und das Spiel bei aufgebocktem Bike am Verstellmechanismus einstellen. Wichtig ist gleichmäßiges Einstellen auf beiden Seiten der Schwinge, um die Radflucht zu erhalten.
Im Zweifel mit Hilfe einer langen, geraden Latte oder eines Fadens kontrollieren.
Bitte bedenken Sie, daß zu stramme, verschlissene oder schlecht gepflegte Ketten durchaus reißen können - die Folge ist meist ein zerdrücktes Motorgehäuse, wenn nicht ein Sturz und mehr!
Aus diesem Grunde raten nicht nur wir bei Fahrzeugen über 125 ccm auch grundsätzlich zur Verwendung einer Endloskette. Clip- oder Nietschlösser sind zwar eine Arbeitserleichterung beim Wechsel, setzen jedoch die Sicherheit der Kette herab - denn selbige ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.
Doch jetzt zum eigentlichen Thema: Kettensatzwechsel! Trauen Sie sich diese Arbeit noch nicht selbst zu, ziehen sie einen Profi hinzu oder konsultieren Sie bitte Ihre Werkstatt - wie schon gesagt, es geht um Ihre Sicherheit.
Führen Sie die Arbeit am Besten zu zweit aus. Sie vermeiden Schäden durch Umfallen des Bikes etc.!


1. Beginnen Sie mit dem Vorlösen des Kettenritzels am Motor.
Meist müssen vorher Fußraste, Schalthebel (Position merken!) und ein Deckel entfernt werden.
Legen Sie zur Sicherung des Fahrzeugs den ersten Gang ein.
Beim Abheben des Deckels auf eventuell vorhandene Kupplungsbetätigung achten - möglichst nicht aushängen.
Nun Fußbremse arretieren (von Helfer treten lassen) oder einen fest gewickelten Lappen zwischen Kette und Ritzel klemmen.
Die Sicherungsschraube oder -Mutter des Ritzels lösen (ggf. Sicherungsblech vorher aufbiegen). Häufig ist dazu eine große Knarrennuß und einige Kraft notwendig.


Ritzel lösen.

2. Nun das Hinterrad ausbauen.
Sollten Sie keinen Hauptständer nutzen können, bedenken Sie, daß ein an der Schwinge ansetzender Heber für die folgende Arbeit nicht geeignet ist.
Demontieren Sie den Kettenschutz und eventuell vorhandene Hinterradabdeckung. Achsmutter lösen und Achse mit dem Plastikhammer austreiben. Eventuell Stange zu Hilfe nehmen. Rad festhalten und behutsam zu Boden gleiten lassen, nach vorn schieben und von der Kette nehmen.
Achten Sie unbedingt auf die Distanzhülsen und ihre Einbauposition !


3. Schrauben Sie das Kettenrad vom Kettenradträger am Hinterrad ab. Auch hier eventuell vorhandene Sicherungsbleche vorher aufbiegen.
Sicherungsbleche oder selbstsichernde Muttern sollten erneuert werden!
Träger reinigen und neues Kettenrad auflegen. Schrauben über Kreuz, möglichst mit Drehmomentschlüssel nach Herstellerangaben anziehen. Ggf. Sicherungsbleche wieder sorgsam umbördeln.
Kontrollieren Sie nun noch einmal das Rad: Machen alle Lager und Dichtringe einen guten Eindruck? Ist der Anfahrdämpfer hinter dem Kettenradträger noch straff ?Schadhafte Teile austauschen.


Kettenrad erneuern.


4. und 5. Jetzt folgt der für manche Leute unangenehme Teil der Arbeit, das Ausbauen der Schwinge. Wenn wir mit Ruhe und Geduld vorgehen, ist es aber gar nicht schlimm!
Zuerst den Bremsschlauch von der Schwinge lösen, nicht jedoch vom Sattel abschrauben oder sonstwie das Bremssystem öffnen! Es genügt, die Bremsankerstange von der Schwinge abzunehmen und die abgebaute Bremseinheit in einen Lappen gewickelt unter das Bike zu legen.
Die Schwinge ist nun nur noch an Federung und Achse mit dem Motorrad verbunden. Bei Duofederbeinen entfernen Sie deren untere Befestigungen von der Schwinge. Beim Zentralfederbein müssen evtl. Umlenkhebel gelöst werden.
Schauen Sie sich in Ruhe die Funktionsweise der Aufhängung an und entscheiden dann, welche Bolzen gelöst müssen.
Merken Sie sich die Lage der abgebauten Teile!
Zum Schluß lösen Sie die Schwingenachsmutter, und treiben vorsichtig die Achse aus. Sie ist meist gut gefettet, nicht in den Schmutz fallen lassen!



Umlenkhebel und...


Schwinge entfernen.


6. Schrauben Sie die Sicherungschraube bzw. Mutter von dem bereits zu Anfang gelösten Kettenritzel.
Merken Sie sich unbedingt die Einbaulage des Ritzels! Es hat häufig eine dickere und eine flachere Flanke - nur der richtige Einbau garantiert eine korrekte Kettenflucht, eine nicht fluchtende Kette kann reißen!!
Nach erfolgter Reinigung des Umfelds kann das neue Ritzel zusammen mit der Kette in richtiger Position aufgelegt werden.
Neues Sicherungsblech, so notwendig, und Mutter/Schraube aufsetzen. Festziehen mit Drehmomentschlüssel erfolgt später.


Kettenritzel erneuern.


7. Reinigen Sie gründlich mit geeigneten Pflegemitteln alle Teile der Schwinge und Schwingenlagerung. Fetten Sie alle beweglichen Teile (Buchsen, Bolzen) leicht ein.
Sollte Ihre Schwinge durch ein Gleitstück gegen das Scheuern der Kette geschützt sein, erneuern Sie dieses unbedingt, wenn es bereits recht dünn geworden ist.
Bevor die Schwinge nun wieder eingebaut werden kann, müssen die Schwingenlager noch neu gefettet werden. Beachten Sie dabei die Schmieranweisungen des Herstellers.
Zur Montage der Schwinge bediene man sich möglichst wieder eines Helfers: Während Sie die Schwinge im Rahmen positionieren, setzt der Helfer die Achse ein. Als nächstes das Rad einsetzen, dabei auf korrekte Montage der Bremse, des Bremsankers und aller Distanzstücke achten.


Reinigen und Einfetten


8. Nun ist es fast geschafft: Stellen Sie nach obiger Anweisung das Kettenspiel ein, sodaß die Räder einwandfrei fluchten, und ziehen Sie abschließend die Schwingen- und Radachse, sowie das Ritzel nach Herstellerangabe mit dem Drehmomentschlüssel an.
Die Hinterachsmutter ggf. mit einem neuen Splint sichern.
Überprüfen Sie noch einmal alle Befestigungen, nachdem Deckel, Schalthebel, Kettenschutz, etc. montiert wurden.
Nach ca. 300 km sollte die korrekte Spannung der Kette wieder nachgesehen werden - neue Ketten längen sich zunächst.
Und das Schmieren nicht vergessen!


Kettenspannung einstellen


Quelle: http://www.louis.de/
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Alfredo

*fotoverrückter Biker*

Beiträge: 238

Wohnort: Arzbach

Beruf: Dipl. Sozialarbeiter

Motorrad: Suzuki Bandit 600 Bj. 1996

2

Freitag, 16. Januar 2009, 18:56

Kettenöler sind ein ganz gutes Mittel um die Lebensdauer deutlich zu verlängern. Ich hab' einen von einem Bekannten selbst konstruierten und gebauten (und vertriebenen) dran - damit hält der Satz etwa doppelt so lange wie herkömmlich gefettet. Kann ich nur empfehlen. Zumindest bei Vielfahrern zahlt sich so ein Teil relativ schnell aus.
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Man muss gegen den Strom schwimmen, um an die Quelle zu gelangen (chin. Sprichwort)
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